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Apace
![]() Bild 1: Apace im Flug. Der Apace ist ein 2,00 Meter spannender Elektrosegler, der wohl ein paar Gene von einem Hotliner abbekommen hat. Im Juli 2010 war dieses schöne Modell bei Conrad für sagenhafte 30,- € im Ausverkauf!!! Natürlich befand sich bei diesem Preis keine Elektronik im Lieferumfang, dafür aber der Kunststoffrumpf, die fertig bespannten Rippenflächen und Leitwerke, sowie alle Kleinteile, die zum Ausbau des Apace zu einem reinen Segler nötig gewesen wären. ![]() Bild 2: Apace im Lieferzustand (Kleinteilebeutel nicht abgebildet). Das kam hier im Flachland allerdings nicht in Frage, also wurde von Hobbyking ein bürstenloser 3542-Motor mit 1000 KV, ein 60-A-Regler und ein 3s-LiPo mit 3600 mAh geordert. Von Staufenbiel stammt eine 12x6-Carbon-Luftschraube mit Alu-Mittelstück und -Spinner. Mit der Laubsäge wurde die Rumpfnase abgetrennt und der Antriebssatz eingebaut. Der Schwerpunkt stimmte mit diesem Antrieb ohne ein einziges Gramm Trimmblei auf Anhieb! Mit lediglich Quer- und Höhenruder ist die Steuerung des Apace leider recht spartanisch gehalten. Zudem ist das Seitenleitwerk recht klein geraten. Eine kräftige Querruder-Differenzierung soll das negative Wendemoment deshalb im Zaum halten. Als Landehilfe lassen sich per Schalter beide Querruder ca. 20° nach oben ausschlagen, um Auftrieb zu vernichten. Am lausig kalten, aber sonnigen 1. März 2011 startete ich den Apace zu seinem Erstflug. Seither hat er in eineinhalb Jahren komplett unfallfrei etwa 100 Flugstunden gesammelt, und das bei allen möglichen und unmöglichen Wetterbedingungen. Folgende Eindrücke habe ich im Laufe der Flugerprobung gesammelt: Die Motorisierung habe ich so gewählt, dass der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt. Einer Masse von 1,4 kg (d.h. einem Gewicht von 14 N) stehen 18 N Schub gegenüber! Im Klartext: Der Apace ist in der Lage, mit Vollgas im senkrechten Steigflug sogar noch zu beschleunigen! Wenige Sekunden Motorlaufzeit genügen, um auf eine sehr gute Ausgangshöhe für die Thermikjagd zu gehen. Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit im Horizontal- oder Sinkflug ist natürlich brachial! ![]() ![]() ![]() ![]() Bilder 3-6: Apace im Kraftflug. Mit dem Clark-Y-Profil ist die Gleitzahl und das geringste Sinken bei geringen Geschwindigkeiten mäßig bis gut. Bei allen fliegbaren Geschwindigkeiten ist die Ruderreaktion schön direkt. Beim Ein- und Ausleiten von Kurven vermisse ich besonders im Langsamflug ein Seitenruder. Das negative Wendemoment sorgt trotz Differenzierung für einen unübersehbaren Schiebeflug. In Kurven tendiert der Apace mangels V-Form dazu, "in die Kurve zu kippen", sodass mit dem Querruder abgestützt werden muss. Trotz der unverwundenen Fläche ist ein Überziehen recht unkritisch, die Abkipptendenzen sind gering ausgeprägt. Mit diesen Flugeigenschaften macht das Auskurbeln von mäßiger und starker Thermik mit mittlerer Fluggeschwindigkeit großen Spaß - Hauptsache, man muss nicht zu eng kreisen. Dann stellt sich der Apace sehr brav an. Für schwache Bedingungen eigent er sich dagegen eher weniger, dann tut man besser daran, den Gasknüppel nach vorne zu schieben und beim Rumheizen ein riesiges Flugvergnügen zu haben. ![]() ![]() ![]() Bilder 7-9: Apace im Segelflug. Um Wind braucht man sich fast keine Gedanken zu machen. Der Apace marschiert bei praktisch jeder Windstärke noch vorwärts. Durch die direkte Ruderreaktion lassen sich auch Turbulenzen gut aussteuern. In diversen Sturmtiefen bei 8-9 Beaufort hat er sein Können schon unter Beweis gestellt. Weil der Apace auch hinreichend spritzwasserfest und die Elektronik vollkommen geschützt ist, braucht man sich beim Fliegen - entsprechend gekleidet - auch nicht von einem Regen- oder Schneeschauer stören zu lassen. Für die Landung braucht man wegen der fehlenden Bremsmöglichkeit eine großzügige Ausgleitstrecke. Die hochgestellten Querruder verringern wenigstens die Gleitzahl noch etwas. Dank der robusten Konstruktion tut es auch mal ein ungeerntetes Kornfeld oder ein ruppiger Acker als Landefeld, ohne dass Beschädigungen zu befürchten sind. Bisher ist der Apace stets wohlbehalten wieder auf dem Erdboden angekommen. |
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